Geschichte

„Heimat hat viele Wurzeln. Heimat ist für Menschen ganz, ganz wichtig, besonders für Kinder, sie müssen wissen, wo sie hingehören. Deswegen gehört zu einem guten Quartier eine gute Schule dazu und gute Schulen heute, sind Schulen, in denen die Kinder viel gemeinsam lernen können, voneinander lernen können, damit sie wissen, wo und wie sie zuhause sind, auch in Schulen.

Eine gute Schule öffnet sich in ihr Quartier und ein gutes Quartier kümmert sich um seine Schule und geht auch mal in die Schule hinein. So werden Schulen zu lebendigen Lernorten für unsere Kinder in Nordrhein-Westfalen. Dieses Thema hat ganz viele Facetten, zuhause sein, gern lernen und leben in unseren Schulen …“

(Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW)

Die Emanuel-von-Ketteler-Schule ist seit ihrer Gründung im Jahr 1962 stets eine besondere Schule gewesen. Die Geschichte der Schule ist durch die enge Verknüpfung mit dem Stadtteil Sinningen geprägt. Diese dezentrale Lage war immer wieder Bestandteil kritischer Äußerungen. Doch gerade diese Lage bietet viele Vorteile und Anregungen. Schon bei der Schuleinweihung wurde in der Presse über die Kettelerschule berichtet, dass sie einer der schönsten und großzügigst angelegten Schulen des Landkreises Münster sei.

Von dem Außengelände mit seinen vielfältigen Spiel-, Bewegungs- und Erkundungsmöglichkeiten profitieren die Schülerinnen und Schüler der EvK nun mehr gut 50 Jahre.

Weiterhin bestimmt auch die enge Verflechtung mit dem Stadtteil Sinningen ds Schulleben. Den ausgeführten Überlegungen zur „Schule im Quartier“ entsprechend, bildet die Emanuel-von-Ketteler-Schule das Herz des Stadtteils Sinningen. Hier fühlen sich Jung und Alt wie in einer großen Familie. Durch lokale Traditionen und gemeinsame Aktivitäten werden das Miteinander gepflegt und das Leben im Stadtteil geprägt, wie zum Beispiel zu Karneval, bei Schulfesten oder beim jährlichen Adventsbasar.

Gewandelt hat sich in den letzten fünfzig Jahren der Schulalltag.

Das pädagogische Team der Emanuel-von-Ketteler-Schule bemüht sich mehr denn je, in Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern, der Schule ein leistungsfähiges und an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientiertes Profil zu geben.

Seit 2010 besitzt die Emanuel-von-Ketteler-Schule das Zertifikat, sich „Bildungs- und Gesundheitsschule“ zu nennen.

Seit dem Schuljahr 2015/16 ist die Emanuel-von-Ketteler-Schule „Ort des gemeinsamen Lernens“.

Schule ist in den letzten Jahren immer mehr Lern- und Lebensort geworden. Vor diesem Hintergrund will das ganze Team der Schule eine Atmosphäre schaffen, in der alle Kinder erfolgreich miteinander lernen können. Dazu gehört vor allem, dass Kinder sich in ihrer Individualität angenommen fühlen und ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Aus selbstbewussten Kindern werden mündige Individuen, die die Gesellschaft mitgestalten.

„Nur aus den schönen Oasen der Kindheit

führen feste Wege in die Zukunft!“

(Konfuzius)

Historie

Die Schule Sinningen hat eine recht wechselhafte Geschichte. In der zu Saerbeck gehörigen Bauernschaft Sinningen bestand eine Nebenschule für die kleineren Kinder dieses Ortsteiles. Als 1820 die Gemeinde Saerbeck in drei Schulbezirke (Saerbeck Dorf, Westladbergen, Sinningen) eingeteilt worden war, wurde auch in der Bauernschaft Sinningen eine neue einklassige Schule errichtet. Diese wurde in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts zu einer zweiklassigen Schule erweitert.

In den dreißiger und vierziger Jahren entstand dann an der Grenze des Gemeindegebietes Saerbeck, an der Ems, an der Grenze zu Emsdetten und an der Grenze zum damaligen Kreis Burgsteinfurt ein neuer Ortsteil, der – nach der naheliegenden Bauernschaft – den Namen Siedlung Sinningen erhielt. Dadurch stieg die Zahl der Schulkinder so an, dass die alte Schule zu klein wurde.Der notwendig gewordene Neubau sollte nun dort errichtet werden, wo die größere Menge der Schulkinder herkam, nämlich in der Siedlung Sinningen.

Es gab anfangs Standortprobleme. Aber es fand sich ein geeignetes Gelände, zwischen dem entstehenden Baggersee und der Ems gelegen, das zudem noch der Gemeinde Saerbeck gehörte. So wurde dort für die Jahrgänge 1 bis 8 eine sechsklassige Volksschule erbaut mit den dazugehörigen Verwaltungsräumen, Lehrer- und Schulleiterzimmer und Räume für Werk- und Hauswirtschaftsunterricht. Dazu kam auf dem gleichen Gelände ein Lehrerwohnhaus für zwei Familien und zwei Wohnungen für unverheiratete Lehrpersonen.

Dem Schulgebäude, das 1961 fertig war, wurde eine Pausenhalle angefügt. Geplant war noch ein zweiter Trakt, um zu erwartende weitere Schüler in einer eineinhalb- bis zweizügigen Volksschule unterrichten zu können. Dazu sollte ein Sport- und ein Spielgelände sowie eine Gymnastikhalle errichtet werden.
Diese Pläne mussten aufgegeben werden als im Sommer 1967 in Nordrhein-Westfalen die Trennung von Grund- und Hauptschulen verfügt wurde, denn 1968 gründete man im Dorf Saerbeck eine Hauptschule; dorthin wurden die Jahrgänge 5 bis 8 zentralisiert. Drei Lehrpersonen wurden von Sinningen nach Saerbeck versetzt. Dadurch verlor die Schule Sinningen ungefähr die Hälfte ihres Schülerbestandes und entwickelte sich zu einer 5- bis 7-klassigen Grundschule. Die Schülerzahl nahm rasch wieder zu, so dass es während des damaligen Lehrermangels Probleme mit der Stellenbesetzung gab.

Problematisch blieb auch der Sportunterricht, weil es keine Turnhalle gab. So richtete die Gemeinde Saerbeck 1968 in den Räumen, die vorher für den Hauswirtschafts- und Werkunterricht eingerichtet waren und die dafür in der Grundschule nicht mehr gebraucht wurden, durch Legen eines Schwingbodens einen behelfsmäßigen Gymnastikraum ein.